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Editorial Juli 2017

Samstag, Jul 1, 2017

die „ursprünglichen“ 7 Weltwunder sind fast alle im Laufe der Zeit zerfallen, durch Kriege zerstört oder durch Naturkatastrophen vernichtet worden. So fielen der berühmte Koloss von Rhodos, eine Bronzestatue, und der Leuchtturm von Alexandria Erdbeben zum Opfer. Die Zeus-Statue in Olympia, einst das Nationalheiligtum der Griechen, verbrannte. Vom Artemis-Tempel in Ephesos gab es sogar mehrere Versionen, von denen sich keine erhalten konnte. Die letzte wurde zerstört, ebenso wie das Mausoleum in Halikarnassos. Und die hängenden Gärten von Semiramis, eine prachtvolle Gartenanlage, wurde bis heute nicht gefunden. Lediglich die Pyramiden von Gizeh sind erhalten und können noch heute von uns besichtigt werden. Schon immer haben besondere, herausragende Leistungen die Menschheit begeistert. „Höher, schneller, weiter“, dieses Motto begleitet uns nicht erst seit dem Industriezeitalter. Bereits in der Antike waren die Menschen von monumentalen Bauwerken fasziniert – und so kürte der griechische Schriftsteller Antipatros von Sidon im zweiten Jahrhundert vor Christus die Sieben Weltwunder. Die Sieben galt in der Antike als vollkommene Zahl und sollte damit die Einmaligkeit der Bauwerke noch steigern. Die Bauwerke waren für damalige Verhältnisse in jeder Hinsicht herausragend und übertrafen alle bislang bekannten Dimensionen – was ihre Größe angeht, die innovative Konstruktionsweise, die prächtige Ausstattung oder die kostbaren Materialien. Jedes der sieben Weltwunder war einmalig, immer eine Großtat der zeitgenössischen Technik und wurde wegen seiner Vollkommenheit bewundert. Weil die ursprünglichen Weltwunder weitgehend zerstört wurden, unternahm man Versuche, neue Listen zu erstellen. Anfang des 21. Jahrhunderts schien die Zeit reif für eine Abstimmung über die sieben neuen Weltwunder. Die Idee war, sieben Bauwerke der letzten 2.000 Jahre festzulegen, die den gemeinsamen Geist der jeweiligen Epoche in ihrer ganzen Vielfalt repräsentativ widerspiegeln sollte. Über 200 Gebäude und Monumente standen zur Auswahl, rund siebzig Millionen Menschen beteiligten sich an der Internetabstimmung. Im Juli 2007 präsentierte dann eine Jury die „New 7 Wonders of the World“. Die Sieger waren: die Chinesische Mauer, die Christusstatue von Rio de Janeiro, das  Kolosseum in Rom, die Inkastadt Machu Picchu, das Taj Mahal, die Felsenstadt Petra in Jordanien und die Mayaruinen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Etwas erstaunlich, dass die Pyramiden von Gizeh hier keine ausreichende Quote bei der Abstimmung erzielen konnten. Sind sie doch im Vergleich die ältesten monumentalen Bauwerke und noch heute „Publikumsmagnet“ der Besucher Ägyptens. Kann im Prinzip nur daran liegen, dass es ausschließlich „neue 7 Weltwunder“ sein sollten und das sind die Pyramiden nicht, da sie zu den antiken Weltwundern gehörten. Allerdings entstanden die Mayaruinen auch nicht erst in den letzten 2000 Jahren…
In der Gesundheitsbranche spricht man nicht über Weltwunder, sondern über wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Obwohl Meilensteine in der Medizin wie z.B. Herztransplantationen in Ihrer Anfangszeit durchaus als Wunder angesehen wurden. Wir müssen nur daran mitwirken, dass gute, nutzbringende Innovationen in der Gesundheitsbranche nicht durch allzu viel Bürokratie an der Marktteilnahme gehindert werden. In der Regel sparen solche Innovationen Zeit und Geld und bringen den betroffenen Patienten ein Stück mehr Lebensqualität – unschlagbare Argumente.