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Editorial August 2017

Dienstag, Aug 1, 2017

über kaum ein anderes Thema wird häufiger gesprochen,
als über das Wetter. Ob in Smalltalks mit Kollegen, Nachbarn oder bei Partys, sogar bei geschäftlichen Zusammenkünften ist es ein Thema. Warum ist das so? Weil es recht unverfänglich ist, nichts mit Politik zu tun hat und alle mitreden können, weil es auch so vielseitig ist. Jeder stand schließlich schon mal im Regen, zumindest in unseren Breitengraden und hat Hitze und Trockenheit, Kälte und Glatteis kennengelernt. Außerdem ist nie gutes Wetter! Im Winter ist es viel zu kalt, der Frühling ist gar nicht gekommen, es war sofort Sommer und viel zu heiß und den nasskalten Herbst braucht sowie so niemand. Zumindest ist das bei uns in Deutschland so. Die Deutschen sind bekanntlich nie zufrieden, wir meckern über alles und lassen dabei auch das Wetter nicht aus: Mal ist es zu kalt, mal zu heiß, und nur rund 3 Tage im Jahr ist es einigermaßen zufriedenstellend.

Ein Blick auf die Wetterkarte scheint das zu bestätigen: So erlebt beispielsweise Südwest-Deutschland angenehmes Sommerwetter, während im global gesehen nahegelegenen Berlin wochenlange Kälte mit einem Jahrhundertregen vorherrschten. In Bayern warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Starkregen, Hagel und Sturmböen, im Raum München könnten sogar Hagelkörner in der Größe von Golfbällen fallen. In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen vielerorts wieder, nur um nächste Woche deutschlandweit auf 18 bis 23 Grad zu
sinken, begleitet von Schauern, aber nicht mehr von Unwettern. Da fragt man sich natürlich: Was ist das denn wieder für ein Sommer? Und summt sofort Rudi Carrells unvergessenen Song vor sich hin. Dabei sagen Meteorologen, es ist ein Sommer „wie immer“ bisher. In den gemäßigten Breiten, in denen Deutschland liege, sei der Sommer nun mal wechselhaft. Es gibt Phasen, in denen es vier, fünf Tage heiß ist, gefolgt von Phasen mit Regen und Unwettern. Das sei für Mitteleuropa ein vollkommen normales Sommerwetter. Es wird der Begriff "Schaukelsommer" geprägt: Auf hohe Temperaturen folgen Gewitter, die für Abkühlung sorgen – danach baut sich
die Hitze wieder bis zum nächsten Unwetter auf. Sommer mit ununterbrochener Hitzewelle und Trockenheit sind bei uns die Ausnahmen. Bleiben aber bei den zu Hause gebliebenen Urlaubern in bester Erinnerung, während sie den Landwirten eher schwer zu schaffen machten.

Also alles im normalen Bereich, was das Wetter angeht. Hochs folgen auf Tiefs, auf Regenfälle folgt der Sonnenschein. Man kann sich nur nie ganz sicher sein, wann welche Vorhersage zutrifft. Sagt man für Hamburg Regen voraus, dann trifft das für einen Stadtteil zu, für einen anderen vielleicht nicht. War die Vorhersage nun richtig oder falsch? Es ist wohl immer besser, Omas Ratschlag zu befolgen: Bist Du Dir unsicher, dann nimm halt einen Regenschirm mit. Auf jeden Fall wünschen wir von hier einen schönen „Restsommer“!