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Editorial Dezember

Freitag, Dez 1, 2017

auch zum Ende des Jahres gibt es wieder Neues und Wissenswertes aus dem Weltall. Forscher haben einen erdähnlichen Planeten entdeckt, auf dem dank gemäßigter Temperaturen Leben möglich sein könnte. Noch ist er von der Erde weit entfernt, doch er bewegt sich auf unser Sonnensystem zu. Nach astronomischen Maßstäben ist es eher ein Katzensprung: In nur elf Lichtjahren Entfernung von unserem Sonnensystem hat ein Forscherteam einen erdähnlichen Planeten mit gemäßigtem Klima entdeckt. Der neue Planet trägt den Namen Ross 128 b
und wurde mit dem Planetenjägerinstrument "Harps" in Chile gefunden, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching mitteilte. Schon allein die Namensgebung Planetenjägerinstrument versetzt in Abenteuerlaune und regt die Phantasie an. Ross 128 b ist demnach der uns am nächsten gelegene Planet, der einen inaktiven Roten Zwergstern umkreist – was die Wahrscheinlichkeit für mögliches Leben auf diesem Himmelskörper erhöht. Der Planet, der in etwa so groß ist wie die Erde, hat vermutlich ein mildes Klima und eine Oberflächentemperatur,
die der der Erde ähneln könnte. Rote Zwerge zählen zu den kühlsten und lichtschwächsten Sternen im Universum – sie kommen aber von allen Sternen am häufigsten vor. Das macht sie zu guten Zielobjekten bei der Suche nach Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Auch der uns am nächsten gelegene Stern Proxima Centauri ist ein Roter Zwergstern. Bei ihm war 2016 ebenfalls ein erdähnlicher Planet entdeckt worden, der die Bezeichnung Proxima Centauri b trägt. Allerdings ist  Proxima Centauri ein aktiver Roter Zwerg – solche
Sterne tauchen die sie umkreisenden Planeten immer wieder in tödliche Ultraviolett- und Röntgenstrahlung. Ross 128 scheint nun ein deutlich ruhigerer Stern zu sein. Planeten, die ihn umkreisen, könnten also den uns am nächsten gelegenen Ort für mögliches Leben außerhalb der Erde darstellen. Ross 128 bewegt sich auf die Erde zu und dürfte in nur 79.000 Jahren – was in kosmischen Maßstäben ein Wimpernschlag ist – unser nächster Nachbar
im All werden. Folglich wird der neu entdeckte Planet Ross 128 b dann Proxima Centauri b als erdnächsten Exoplaneten ablösen. Anhand der "Harps"-Daten fand ein Astronomen-Team heraus, dass Ross 128 b seinen Mutterstern 20-mal enger umkreist als unsere Erde die Sonne. Trotz seiner Nähe zum Stern kommt auf dem Planeten nur 1,38-mal so viel Strahlung wie auf der Erde an. Dadurch lässt sich abschätzen, dass seine Temperatur zwischen minus 60 und plus 20 Grad Celsius liegt. Auf Mutter Erde spielen Sterne in diesen Tagen auch eine große, wenn auch eine etwas andere Rolle, sind wir doch bereits wieder im Advent. Es soll die Zeit der Besinnung und Vorfreude sein, so war es wohl ursprünglich mal gedacht. Geworden ist daraus eine Zeit mit viel Hektik, regem Treiben und dem geschäftlichen Endspurt. Vielleicht gelingt es wenigstens an den Festtagen, dass etwas mehr Ruhe und Gelassenheit einkehrt. Jedenfalls wünschen wir Ihnen und Ihren Familien und Freunden
von dieser Stelle aus eine friedvolle Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.